
Ferrari gehört zu den international bekanntesten Herstellern leistungsorientierter Automobile. Das Unternehmen entstand in der Nachkriegszeit in Italien und ist seitdem eng mit dem professionellen Motorsport verbunden. Die betriebliche Zentrale befindet sich in Maranello, während der juristische Unternehmenssitz in den Niederlanden liegt. Gegründet wurde Ferrari 1947 von Enzo Ferrari, der zuvor als Rennfahrer und Teammanager tätig war.
Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensidentität ist der Rennsport. Die unternehmenseigene Rennabteilung, die Scuderia Ferrari, zählt zu den prägenden Akteuren des internationalen Motorsports und ist das erfolgreichste Team der Formel-1-Weltmeisterschaft. Ferrari ist das einzige Team, das seit Einführung der Formel 1 ohne Unterbrechung an der Serie teilnimmt.
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Entstehung und frühe Entwicklung
Der Ursprung Ferraris liegt nicht in der Serienproduktion von Automobilen, sondern im Rennsportmanagement. Bereits Ende der 1920er-Jahre organisierte Enzo Ferrari mit der Scuderia Ferrari Renneinsätze für Alfa Romeo. In dieser Phase trat Ferrari ausschließlich als Einsatzteam auf, ohne eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Das später weltbekannte Firmenemblem, das springende Pferd, wurde bereits in dieser Zeit verwendet.
Erst zu Beginn der 1940er-Jahre entstand eine eigenständige industrielle Struktur. Nach mehreren organisatorischen Umbrüchen und der kriegsbedingten Zerstörung der Produktionsstätten nahm das Unternehmen in Maranello seine Tätigkeit erneut auf. Der erste unter dem Namen Ferrari entwickelte Wagen wurde 1947 fertiggestellt und markierte den Beginn der eigenständigen Fahrzeugproduktion.
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Übergang von Renn- zu Straßenfahrzeugen
In den ersten Jahren konzentrierte sich Ferrari fast ausschließlich auf Wettbewerbsfahrzeuge. Der Verkauf einzelner Fahrzeuge an private Kunden diente vor allem der Finanzierung des Rennbetriebs. Mit zunehmender Nachfrage entstanden jedoch Fahrzeuge, die nicht ausschließlich für den Wettbewerb konzipiert waren. Daraus entwickelte sich schrittweise ein eigenständiges Programm von straßenzugelassenen Sportwagen.
Für die Gestaltung der Karosserien arbeitete Ferrari mit verschiedenen externen Designstudios zusammen. Besonders prägend war die langfristige Kooperation mit Pininfarina, daneben wurden auch andere italienische Karosseriebauer eingebunden. Die Produktionszahlen blieben über Jahrzehnte bewusst begrenzt.
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Konzernzugehörigkeit und wirtschaftliche Stabilisierung
Ab den 1960er-Jahren war Ferrari wiederholt von finanziellen Unsicherheiten betroffen. Um die Wettbewerbsfähigkeit im Rennsport und die Weiterentwicklung neuer Fahrzeugprojekte zu sichern, beteiligte sich 1969 der Fiat-Konzern an dem Unternehmen. Diese Partnerschaft ermöglichte umfangreiche Investitionen, insbesondere im Motorsport.
Gleichzeitig verschärften internationale Vorschriften zu Sicherheit, Emissionen und Verbrauch die Rahmenbedingungen für leistungsstarke Fahrzeuge, vor allem auf dem nordamerikanischen Markt. In dieser Phase reduzierte Ferrari seine Aktivitäten im Sportwagen-Rennsport und legte den Fokus verstärkt auf die Formel 1.
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Entwicklung nach dem Tod des Firmengründers
Mit dem Tod von Enzo Ferrari im Jahr 1988 endete die direkte Führung durch den Firmengründer. Entgegen verbreiteter Erwartungen setzte das Unternehmen seinen Kurs fort und baute seine Marktposition weiter aus. Parallel dazu nahm das öffentliche und sammlerische Interesse an älteren Ferrari-Modellen deutlich zu.
Ab den 1990er-Jahren profitierte Ferrari zusätzlich von einer sportlich erfolgreichen Phase in der Formel 1, was die Wahrnehmung der Marke nachhaltig stärkte. Gleichzeitig wurden wieder verstärkt Rennfahrzeuge für private Teams entwickelt, insbesondere für markeneigene Rennserien.
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Gegenwart und Struktur
Ferrari war bis 2014 Teil des Fiat-Konzerns und anschließend von Fiat Chrysler Automobiles kontrolliert. Im Jahr 2015 wurde das Unternehmen teilweise an die Börse gebracht. Die Mehrheit der Anteile wird bis heute von der Holdinggesellschaft Exor gehalten, die der Unternehmerfamilie Agnelli zuzurechnen ist. Ein weiterer Anteil befindet sich im Besitz von Piero Ferrari, dem Sohn des Firmengründers.
Neben der Fahrzeugproduktion engagiert sich Ferrari in markenbezogenen Freizeit- und Erlebnisprojekten, darunter ein Themenpark in Abu Dhabi. Im Jahr 2019 überschritt das Unternehmen erstmals eine jährliche Auslieferungszahl von 10.000 Fahrzeugen. Während der Covid-19-Pandemie beteiligte sich Ferrari zeitweise an der Herstellung medizinischer Komponenten.
